13. November 2019

40 Jahre Gemeinwesenarbeit der Diakonie Saar in Saarbrücken-Malstatt


Als Antwort auf soziale Not und Arbeitslosigkeit wurde vor 40 Jahren in dem Saarbrücker Stadtteil Malstatt von der Diakonie Saar in Zusammenarbeit mit der Stadt Saarbrücken und dem Regionalverband mit Gemeinwesenarbeit (GWA) begonnen.

Ziel war und ist es bis heute, Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, ihre Interessen in der Gesellschaft und gegenüber der Politik selbstbewusst zu vertreten.

 Das Stadtteilbüro, das vor einem Jahr von der Breite Straße neue Räumlichkeiten in der Ludwigstraße 34 umgezogen ist, wurde im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil im Quartier, von dem viele wichtige Impulse zur Entwicklung von Malstatt ausgegangen sind. Heute leben in dem Stadtteil rund 30.000 Menschen. Die Angebote des Stadtteilbüros richten sich vor allem an die rund 11.000 Menschen im Unteren Malstatt und im Distrikt Leipziger Straße.


Ein typischer Ankunftsstadtteil

Malstatt ist ein typischer Ankunftsstadtteil. So ist seit 2014 in den Bezirken Unteres Malstatt die Bevölkerung um über sieben Prozent  und Leipziger Straße über drei  Prozent gewachsen. Gleichzeitig ist der Anteil der Ausländer um jeweils zwölf beziehungsweise elf Prozent gestiegen.  In ganz Saarbrücken liegt die Steigerung bei nur fünf Prozent. Auch der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund stieg in dieser Zeit in beiden Bezirken um jeweils zehn Prozent und liegt aktuell bei rund 60 Prozent. Zudem  leben hier fast die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner von „Hartz IV“ und anderen Unterstützungsleistungen des Staates.


 Wichtige Beiträge zur Stadtentwicklung

„Die Mitarbeitenden im Stadtteilbüro leisten mit dem Ansatz der Gemeinwesenarbeit wichtige Beiträge zur Stadtteilentwicklung und zur Emanzipation der Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie vermitteln zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen, schaffen Übungsräume für konstruktive Gestaltung und demokratische Beteiligung und tragen damit zum sozialen Frieden vor Ort bei“, sagt Anne Fennel aus der Geschäftsführung der Diakonie Saar. Gemeinwesenarbeit schaffe gelingende Nachbarschaft! „Die unterschiedlichsten Menschen kommen in Kontakt, lernen sich kennen, engagieren sich für die Themen, die im Stadtteil brennen“, betont Fennel.

 

Dazu gehören derzeit unter anderem die weitere Gestaltung und Nutzung des Pfarrer-Köllner-Platzes und der Aufbau einer Gruppe aktiver Bewohnerinnen und Bewohner, die sich insbesondere für die Entwicklung im Unteren Malstatt einsetzen. Themen die dabei bearbeitet werden sollen sind: die hohe Verkehrsbelastung im Stadtteil, die Erneuerung der Spielplätze sowie die Vermüllung im öffentlichen Raum. Bereits  im letzten Jahr hatten die Bürgerinnen und Bürger mit künstlerischer Unterstützung die Brückenunterführung „In der Röth“ kreativ gestaltet.


 Multikulturelles Angebot

„Durch die Arbeit des Stadtteilbüros konnte auch die Bevölkerungsveränderung in Zusammenhang mit dem starken Zuzug von Geflüchteten 2015 in Malstatt gut aufgefangen werden“, erläutert Annemarie Marx, langjährige Mitarbeiterin im Stadteilbüro.  Der Stadtteil, insbesondere die Breite Straße habe sich heute  zu einem multikulturellen Angebot der unterschiedlichsten Gewerbe entwickelt. 


Kinder im Blick
 

Ein Schwerpunkt der Arbeit im Stadtteilbüro ist die Verbesserung der Lebenschancen der Kinder, insbesondere durch Bildungsangebote. Dazu gehören das Kinderbildungszentrum (KIBIZ) in der Kirchbergschule sowie das Jugendhilfeprojekt „Freiraum für Prävention“ in der Neustraße, eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Familien. Seit 1979 ist die enge Zusammenarbeit von Gemeinwesenarbeit und Jugendhilfe ein wesentlicher Teil des Stadtteilbüro-Konzeptes – ein Modell, das bis heute Vorbild für andere Städte ist.


Sozialberatung

Die Sozialberatung der GWA ermöglicht es den Menschen, sich im Ämter- und Institutionendschungel zurechtzufinden. Dabei stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fest, dass Not und Sorgen der Existenzsicherung immer häufiger Thema sind. Zu den Querschnittsaufgaben gehören die Förderung der Integration und Partizipation von Migrantinnen und Migranten und die Herausgabe der Stadtteilzeitung „Molschder Blatt“.


Das Jubiläum feiert die Gemeinwesenarbeit
in Malstatt am Donnerstag, 21. November, um 17 Uhr in der „Diakonie in Malstatt“  (Zur Malstatt 4, gegenüber evangelischer Kirche) mit einem Empfang und einem „Diakoniegespräch“ zum Thema:Was im Stadtteil ankommt!?.  Reinhard Thies, Urgestein in der Gemeinwesenarbeit in

Deutschland diskutiert gemeinsam mit GWA-Mitarbeiterin Anne-Marie Marx,  Conny Loch vom Verein ZusammenLebenBrebach e.V. und Verantwortlichen von Stadt und Regionalverband Saarbrücken über die Aufgaben und Herausforderungen im Spannungsfeld von Sozialpolitik, Stadt(teil)entwicklung und Bürgerschaft. Moderiert wird das Gespräch von Marc Weyrich. 


Das Stadtteilbüro Malstatt

Mo. bis Do.: 8.30-12 Uhr und 13.30-16.15 Uhr
Freitag: 8.30-13.30 Uhr


Ludwigstraße 34
66115 Saarbrücken
Telefon: 06 81 / 94735-0
Telefax: 06 81 / 94735-29




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